Mit Baby im Freizeitpark

Ja, wir haben es gewagt. Wickeltasche gepackt und ab mit der Großfamilie ins Phantasialand nach Brühl. Ich gehöre ja als Erstimama zur Spezies, die glaubt, man kann auch als Mama noch alles machen wie vorher. Nur das man eben jetzt ein Kind dabei hat. Oder sagen wir besser glaubte. Natürlich ist das nicht so, aber das lernen wir noch. Der Ein oder Andere würde den Versuch einen Freizeitpark mit einem 7 Wochen alten Baby zu besuchen als zum Scheitern verurteilt oder unklug bezeichnen, aber ich wollte es trotzdem gerne versuchen. Und dann muss man eben auch seine Erfahrungen machen. Wie ihr schon hören könnt, ist es nicht ganz so gut gelaufen. Aber fangen wir von vorne an.

Wir sind an einem Samstag gegangen, was natürlich im Prinzip von vornherein ein Fehler, aber mit so vielen Leuten nicht anders zu machen ist. Als dann auch noch, wieder erwarten, richtig gutes Wetter war, haben sich wohl Tausende von Leuten noch spontan entschieden, dass ein Tag im Freizeitpark eine super Idee ist. Kurzum: Es war voll! Damit hätte ich im April in diesem Ausmaß echt noch nicht gerechnet. Und Menschenmassen und Kinderwägen vertragen sich ja bekanntlich nicht so gut. Vor allem hat man das Gefühl, die Leute sehen nur sich selbst und es ist ihnen vollkommen egal, dass man gerade versucht sich mit einem Kinderwagen durch die vielen Menschen zu quetschen. Sie schauen sich nicht um und bleiben auch gerne mal mitten auf den vollen Gehwegen stehen, um auf ihren Plan zu schauen, sodass man von hinten fast in sie hineinfährt. Noch dazu muss man echt sagen, dass das Phantasialand echt verbaut ist. Wenn man den schweren, mit Baby und lauter Taschen bepackten Kinderwagen nicht ständig Treppen rauf und runter schleppen möchte, darf man jedes Mal ein riesen Umweg gehen, der gefühlt die dreifache Strecke ist als über die Treppen, um kinderwagenfreundliche Wege zu finden. Für Rollstuhlfahrer muss das ein Albtraum sein. Wenn man dann durchgeschwitzt am Fahrgeschäft seiner Wahl angekommen ist, muss man 40 Minuten bis 2 Stunden Wartezeit rechnen, was an solchen Tagen sicher normal, aber für den teuren Eintrittspreis trotzdem jedes Mal wieder ärgerlich ist. Denn wenn man bei ca. acht Stunden Aufenthaltszeit nur 5 Fahrgeschäfte schafft, kommt man auf der Kirmes dann doch besser weg. Das Einzige, was hier gut geregelt ist, ist das sogenannte „Baby Switch“, bei dem sich ein oder zwei Leute anstellen und der oder diejenige mit Baby am Ausgang wartet und man nach Anmeldung bei den Mitarbeitern dann tauschen darf, sodass man sich nicht zweimal der langen Wartezeit aussetzen muss. So haben also meist mein Mann und ich am Ausgang gewartet und dann mit meinen Geschwistern getauscht. Das gibt es wohl in einigen Freizeitparks und es hat auch ganz gut geklappt, auch wenn es etwas unorganisiert war. An jeder Bahn mussten wir aufs Neue gucken, welchen Mitarbeiter man wo ansprechen kann, bei manchen bekam man dann ein Babyswitch Ticket, bei anderen mussten man durch den Ausgang durch und bei wieder anderen sollte man durch den Quick-Pass-Eingang durchgehen. Und es gab auch Bahnen wo es die Baby Switch Möglichkeit gar nicht gab. Also etwas durcheinander, hat aber ansonsten ganz gut funktioniert.

Dann waren da noch die diversen Shows. Wir waren in einer Show draußen und in einer drinnen, die man auch beide mit Baby besuchen konnte. Allerdings waren die Lautsprecher jeweils so laut eingestellt, dass ich bei der Outdoor- Show relativ weit weg gehen musste und bei der Show drinnen 40 Minuten Blut und Wasser geschwitzt habe, weil ich damit beschäftigt war dem Kleinen die Ohren zu schützen und zu hoffen, dass er nicht aufwacht und wir mit seinem Schreien irgendwen stören und ich rausstürmen muss. Mein superliebes Baby hat eigentlich die gesamte Show lang geschlafen, aber ich frage mich ernsthaft, warum man den Ton so laut haben muss, dass es einen fast aus dem Stuhl haut, wenn man in alle Shows mit Babys und Kleinkindern reingehen darf. Überhaupt im ganzen Park war die Beschallung so konstant, dass man eigentlich ständig nur gestresst war. In der Afrikawelt bekam der Kleine Mann Hunger und ich fand nur einen freien Platz auf einer Bank direkt neben einem Lautsprecher, aus dem ich mit afrikanischer Tanzmusik beschallt wurde während hunderte Menschen durch die engen Gassen an mir vorbeizogen. Also von der ganzen Atmosphäre her war das einfach anstrengend und stressig. Zusätzlich war unsere Gruppe so groß, dass wir gar nicht zusammenbleiben konnten und man die halbe Zeit damit verbrachte über Handy abzusprechen wer wo hinwill und wo man sich zur Show oder zum Essen trifft.

Gekrönt wurde der Tag dann auch noch davon, dass ich mit meiner Schwester in einer Achterbahn festhing, weil diese allen Ernstes direkt vor unserer Nase den Geist aufgab und wir etwa eine Stunde darauf warten mussten, dass diese repariert wird und wir nicht einmal durch den Notausgang raus gehen durfte. Währenddessen wartete mein Mann mit dem Kleinen draußen, für uns unerreichbar, da wir in der Bahn keinen Handyempfang hatten und er natürlich nicht wusste was los war.

Würde ich das also nochmal machen? Nein, nicht unter diesen Umständen. Zuallererst würde ich mit einer kleineren Gruppe gehen oder vorher feste Zeiten ausmachen, wann man sich wo trifft. Dann nehme ich auf keinen Fall mehr meinen riesigen schweren Kinderwagen mit, sondern nur Tragetuch und Rucksack oder wenn der Kleine älter ist noch einen wendigeren Buggy. Außerdem suche ich mir einen Tag unter der Woche oder wenn zumindest mit sehr viel weniger Besuch zu rechnen ist. Und ich schaue vorher welche Bahn und welche Show ich wann besuchen möchte, da wir da glaub ich auch etwas zu planlos dran gegangen sind. Denn auch wenn es stressig war, haben wir es geschafft einen halbwegs schönen Tag daraus zu machen.

Fürs nächste Mal bin ich besser vorbereitet und unter oben genannten Bedingungen werden wir im Sommer sicher nochmal einen zweiten Versuch starten. Dann berichte ich euch natürlich, ob es dann besser gelaufen ist.

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