Kann man sich zwingen, positiv zu sein?

Heute möchte ich mal wieder ein paar philosophische Gedanken mit euch teilen. Und zwar zum Thema Positivität. Manchmal wenn ich Gespräche führe fällt mir auf, dass überwiegend negative Geschichten und Gedanken von meinem Gegenüber aber auch von mir erzählt werden. Es wird sich beklagt, gelästert und gestöhnt. Natürlich nicht ausschließlich, aber ich muss sagen, dass auch mir oft die blöden Erlebnisse eher in den Kopf schießen und Menschen scheinbar generell dazu neigen, sich über die negativen Teile ihres Lebens auszutauschen. Das gilt natürlich nicht für Small Talk, sondern für engere Kontakte, Freunde und Familie.

Jemand sagte mir neulich, dass sie manchmal einfach Tage hätte an denen wirklich alles blöd sei. Ist ja auch normal. Aber selbst wenn ihr da jemand freundlich begegne oder ihr sogar ein Kompliment mache, sei sie nicht in der Lage, dies an solchen Tagen anzunehmen. Mehr noch, sie würde dann pampig oder negativ antworten und würde es einfach nicht schaffen, diesen Tag für sich in Positive zu ziehen. Und dass ihr das Leid tue und sie sich wünschen würde, dass es anders wäre. Und da habe ich mir die Frage gestellt: Kann man sich zwingen, positiv zu sein? Nachdem ich mir einige Gedanken dazu gemacht habe, komme ich für mich zu dem Schluss: Ja, das kann man.

Ich zum Beispiel wende bei mir ab und an, wenn es mir nicht gut geht, den Trick an, dass ich mich zwinge zu Lächeln oder gar zu Lachen, ohne dass irgendetwas Besonderes passiert wäre. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass der Körper nicht unterscheiden kann, ob man lacht, weil jemand etwas Lustiges gemacht hat oder ob man sich dazu zwingt und die gleichen Glückshormone ausschüttet, als wenn das Lächeln oder Lachen echt ist. Und es ist verrückt, aber wenn man es nur lang genug macht fühlt man sich wirklich besser. Oder zumindest ich tue es. Man kann sich auch einfach vor den Spiegel stellen und sich anlächeln und meistens muss ich dann wirklich lächeln, weil es einfach irgendwie so bescheuert ist das zu machen.

Kürzlich habe ich in einer Sendung einen Bericht über eine Reporterin gesehen, die mit Selbsthypnose abnehmen wollte. Und da ging es zum Beispiel vor allem darum, dass sie sich vorstellen sollte, sie sei schon bei ihrer Traumfigur. Und mit vielen verschiedenen Übungen hat sie ihr Mindsetting so verändert, dass sie Lust auf Sport und gesunde Ernährung hatte und im Endeffekt wirklich ganz gut abgenommen hat. Es ging hierbei viel um positive Selbstwahrnehmung und ich glaube, dass man das auf viele Dinge im Leben übertragen kann. Zu einem gewissen Teil denke ich also, dass man sich entscheiden kann, ob es ein guter oder schlechter Tag wird beziehungsweise jeden schlechten Tag noch zu einem guten werden lassen kann. Keine Ahnung, ob ich herüberbringen kann wie ich das meine. Nehmen wir als Beispiel: Du denkst, der Tag wird furchtbar, weil du eine Prüfung vor dir hast. Nicht nur werden diese negativen Gedanken dich während der Prüfung begleiten und vielleicht sogar dafür sorgen, dass die Klausur schlechter ausfällt als sie müsste. Stattdessen würde ich versuchen, daran zu denken, dass ich mir nach der Klausur ein Eis gönnen werde oder mich mit Freunden treffe oder einen schönen Film schauen werde. Also morgens nach dem Aufstehen gleich auf den positiven Teil des Tags konzentrieren. Vielleicht sind Prüfungen da nicht das beste Beispiel, weil man da natürlich aufgeregt ist und sich sowieso nur auf den Stoff konzentriert. Aber ihr wisst sicher was ich meine. Denn ich denke, es ist eine selbsterfüllende Prophezeiung, wenn man aufsteht und gleich denkt, der ganze Tag wird blöd, weil man vielleicht einen 30-minütigen doofen Termin vor sich hat.

Das Ganze ist für Viele vielleicht selbstverständlich, aber von Zeit zu Zeit muss man sich solche Dinge mal bewusst machen und selbst reflektieren ob das bei einem selbst auch so ist und ob man daran etwas ändern möchte und kann.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man sich bei Freunden nicht mal ordentlich auskotzen darf. Das muss selbstverständlich auch mal sein und tut gut. Es geht um ein generelles positives Mindsetting.

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