„Baby, kommst du heute vielleicht?“ – Das dritte Trimenon

Zur Vorbereitung auf diesen Blog habe ich mir den vom letzten Schwangerschaftsdrittel noch einmal durchgelesen und ich muss sagen, es ist schon beachtlich, wie sich die verschiedenen Schwangerschaftsphasen voneinander unterscheiden. Wie man sich denken kann und wie jeder weiß, der selbst schon einmal schwanger war, bin ich bewegungsmäßig immer mehr eingeschränkt und ich muss bei alltäglichen Dingen viele Pausen einlegen. Allerdings muss ich sagen, dass das sehr tagesformabhängig ist. An manchen Tagen bin ich energiegeladen und husche wie ein Wirbelputzwind durchs ganze Haus. An manchen Tagen liege ich nur abwechselnd auf der Couch, im Bett oder in der Badewanne und kann mich nur für wenige kleinere Projekte aufraffen. Aber die Ruhe gönne ich mir dann auch, da ich im Mutterschutz bin ist da jetzt auch nicht wirklich viel was ich dringend erledigen muss und dann nicht auf den nächsten Tag schieben könnte.

Wie ich in meinem Blog über den Mutterschutz geschrieben habe, habe ich mir trotzdem einige „Projekte“ vorgenommen, zu denen ich sonst neben Vollzeitjob und allem nicht wirklich gekommen bin. Allerdings bin ich nun, nachdem mein errechneter Termin schon verstrichen ist, wirklich an einem Punkt, an dem ich so ziemlich alles erledigt habe, was mir eingefallen ist und die Ungeduld von Tag zu Tag steigt. Leider macht der Kleine außer leichter Vorwehen keine Anstalten heraus kommen zu wollen. Ich finde ich bin wirklich lange entspannt und geduldig gewesen und habe alle Schwangerschaftswehwehchen still leidend ertragen. Aber als ich vor ca. 3 Wochen dann starke Symphysenschmerzen (Schambeinschmerzen) bekam, reichte es mir dann doch. Ich habe dann einen wunderschönen Stützgürtel von meiner Frauenärztin bekommen. Er hilft wirklich, vor allem beim Einkaufen und Spaziergängen die Schmerzen ertragbar zu machen, aber besonders nachts ist es wirklich sehr unschön und ein zusätzlicher Faktor, der mich vom Schlaf abhält. Zusätzlich hatte ich ja erzählt, dass ich nur minimale Dehnungsstreifen habe und fleißig öle und creme. Trotzdem bin ich eines Morgens aufgewacht und hatte den ganzen Unterbauch mit kleinen Rissen übersäht. Ich muss zugeben, dass ich an dem Tag ganz schön traurig war und endgültig die Nase voll hatte. Aber was opfert man nicht alles für sein kleines Wunder, also bin ich auch wieder darüber hinweg. Halbwegs.

Was mich sehr viel mehr stört, sind die täglichen Nachrichten, die mich erreichen. Ich bin ja schon von allen Seiten davor gewarnt worden, aber ich hätte nicht gedacht, dass man schon 2 Wochen vor dem errechneten Termin ständig Nachrichten bekommt, die nach dem Kleinen fragen. Vor allem, wenn man selbst jeden Tag darauf wartet und ungeduldig wird, helfen solche Nachrichten gar nicht, auch wenn sie natürlich nicht bös gemeint sind. Deswegen mein gut gemeinter Rat an Freunde und Verwandte, deren Lieben ein Kind erwarten: Fragt einfach nicht nach! Beziehungsweise wenn ihr fragt, seid feinfühlig und stellt keine Fragen, auf die die Betroffenen sowieso nicht antworten können. Sie selbst hoffen und sind in Erwartung und solche Nachrichten setzen nur unnötig unter Druck. Ich frage mich seitdem auch, ob ich das bei Freunden auch schon so gemacht habe und was das wohl in denjenigen ausgelöst hat. Und ehrlich gesagt, helfen auch Aussagen nicht wie: „Mach dir noch ein paar schöne Tage.“ oder „Entspann dich.“, denn das kann man auch nicht wirklich steuern. Und irgendwann hast du auch genug Saunagänge und Abendessen und „letzte Kinogänge“ hinter dir und fragst dein Baby einfach nur noch jeden Tag, ob es denn heute vielleicht rauskommen mag.

Wenn ich gerade so überlege, ob ich Komplikationen in der Schwangerschaft hatte, fällt mir wieder ein, dass ich an einem Punkt der Schwangerschaft den Norovirus bekommen habe. Das war natürlich alles andere als schön und ist durch den hohen Flüssigkeitsverlust auch nicht ohne Risiko in der Schwangerschaft. Aber tatsächlich habe ich ihn ganz gut weggesteckt und war nach 3 Tagen wieder relativ fit. Meine Ärztin war darüber sehr erstaunt, denn sie sagte, dass viele schwangere Frauen etwa 2 Wochen flachliegen, bis sie es überstanden haben. Auf mein Immunsystem ist also wirklich verlass, ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich eine Erkältung oder Grippe hatte diesen Winter. Und einmal nehme ich das normalweise jedes Jahr mit.

Was das Thema Gelüste angeht, so sind die meisten Dinge wieder abgeklungen, aber zwei Gelüste sind neu dazu gekommen: Ich habe ständig Lust auf rohen Rotkohl und ich liebe den Geruch von frisch gewaschener Wäsche. Woher das mit dem Rotkohl kommt habe ich keine Ahnung, aber ein zwei Wochen später ist bei mir ein leichter Eisenmangel festgestellt worden. Da habe ich mir gedacht, vielleicht wollte mein Körper mir das auch sagen mit dem eisenhaltigen Rotkohl. Und mit der Wäsche, dass ist nicht mehr in einem normalen Rahmen, wie jeder gerne frische Wäsche riecht, sondern ich würde mich am liebsten in der Waschmittelflasche baden. Ist schon etwas eigenartig, aber ich habe schon Geschichten gehört von Frauen, die in der Schwangerschaft das Verlangen hatten Zigarettenstummel zu essen – und es natürlich nicht getan haben. Da bin ich froh, dass ich nur gerne an meiner Wäsche rieche. 😀

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