Der Eltern-Führerschein für mein eigenes Kind – Gut, dass es auch so klappt!

Eltern sein ist manchmal echt ein sehr erfolgloser Job. Wie man es macht, man macht es falsch. Wenn man versucht konsequent zu sein, sagt dir ein anderer: „Du bist viel zu streng zu deinem Kind und dir selbst!“, oder: „Du machst dir den Stress aber auch wirklich selber!“. Kaum versucht man seinen Kindern mehr Freiraum zu verschaffen, informiert sich selbst über Atemntechniken, wie sie Soldaten beigebracht werden, um selbst im Krieg die Nerven zu behalten, hast du wieder jemanden der dir sagt: „Also diese Laissez-faire Erziehung von Heute verstehe ich ja garnicht. Dein Kind kennt ja absolut keine Regeln und Grenzen. Der wird es später schwer im Leben haben, sich nicht zurechtfinden im System. Aus dem kann ja nichts mehr werden!“. Es ist wirklich manchmal so als hätte man einen kleinen Teufel auf der einen und noch einen auf der anderen Seite sitzen. Wie schafft man es da noch zu unterscheiden was gute Erziehung ist und was nicht?

Man kann für so viele Dinge einfach einen Füherschein machen, fürs Auto fahren, LKW, Aufzug sogar für Hunde. Manchmal wünsche ich mir einfach einen Eltern-Führerschein zugeschnitten auf jedes meiner Kinder. Man kann sich vorher schön auf die Prüfung vorbereiten, all seine Fragen sind gesammelt in einem Buch und konkrete Anweisungen, wie man welche Situation zu bewältigen hat. Ich habe bereits einige Elternratgeber gewälzt und unzählige Zeitschriften zu diesen ganzen Themen durchforstet, auch wenn natürlich auch so einige hilfreiche Tipps und Erfahrungen, dabei rumkamen, scheint aber niemand DIE Lösung für mein Kind zu haben. Mein Kind hat ein völlig anderes Alter, ein anderes Umfeld, einen absolut anderen Charakter und definitiv einen anderen Vater und zu guter Letzt, mich, eine andere Mutter. Da deckt sich einfach nicht alles, wie andere es schaffen aus ihren Kindern die perfekten Vorzeigekinder zu zaubern, wenn es diese überhaupt gibt. Vielleicht hätte ich aber auch gleich nach der Prüfung gesagt: „Um Himmels willen, vielleicht sollte ich mir das ganze nochmal überlegen und die Prüfung später nochmal machen!“ Ich schätze allerdings, dass mein Ergebnis immer gleich ausfallen würden. Denn ich bin nunmal die, die ich bin.

Immer wieder kommt dieses Thema in mir hoch. Man wird ja unweigerlich jeden Tag auf der Straße, Zuhause oder sonstwo gerne von anderen Menschen daran erinnert. Ich habe jetzt bei meinem zweiten Kind, wo ich mich wesentlich sicherer in meiner Sache fühle als noch beim ersten, angefangen diese Menschen, die einem das dreist ins Gesicht sagen nach ihrer Lösung meines Problems zu fragen. Es war unheimlich interessant, die verschiedenen Reaktionen darauf zu hören. In einer Situation kam nur ein: „Hmmmmm..“, zurück und in der nächsten ein: „Also so war das ja nicht gemeint.“. Ein Fremder der sich über meinen Sohn in der Bahn aufregte, wurde von meinem Schwager zur Rede gestellt. Dieses Gespräch ging wirklich so weit, dass er der Meinung war: „Diese ganze Generation geht den Bach runter und wird die Welt zerstören und und und.“ Ich kann mich schon gar nicht mehr an alles Erinnern und war in dem Moment einfach nur stinksauer. Wie konnte so ein fremder Mensch nur so etwas über mein kleines 3 Jahre altes Monster behaupten? Aber ich erinnere mich, dass er auch keine Lösung nennen konnte. Sehr interessant und wann immer ich jemanden darauf anspreche, kommt meist genau das: „Keine Ahnung.“.Wenn dann wirklich mal was hilfreiches kommt, bin ich auch sehr interessiert daran es direkt mal auszuprobieren. Dann ist noch die Frage ob es eben bei meinen Kindern funktioniert.

Gut, dass ich die Mama von meinen Mini Monstern bin. Die haben mich ausgesucht, die verzeihen mir auch mal einem schlechten Tag. Und seitdem ich gemerkt habe, dass eben nicht jeder die Lösung für meine Kinder hat, fällt mir das überhören, der „hilfreichen Kommentare“ zu meiner „schrecklichen Kindererziehung“ ziemlich leicht. Man hat zwar immer an der Situation und mit jedem Alter zu wachsen, aber mit ein bisschen mehr Scheiß-Egal-Einstellung, klappt das viel leichter!

Für mich zählt das Ergebnis vor meinen Augen. Meine Kinder sollen sich wohlfühlen, Kind sein dürfen, dass heißt eben auch mal Dreck oder ein paar Schrammen, ein paar Benimmregeln kennen, für den Fall, dass sie sich mal Sozial anerkannt benehmen müssen, die Welt auf ihre Art entdecken dürfen, toben usw. und sonst einfach nur glücklich sein. Und auch wenn man sich mal in die Haare kriegt oder die Stimmung mal ein bisschen Schief hängt, ist es mir einfach ganz wichtig, dass sie immer noch Liebe bekommen.

 

Wie geht es auch da? Hättet ihr gerne einen Führerschein für euer zukünftiges oder jetziges Kind/ eure Kinder? Lasst ihr euch auch so schnell verrückt machen oder überhört ihr gerne auch mal was mit Leichtigkeit?

 

Eure Mag 🙂

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