Mutterschutz – und jetzt?

Seit Kurzem habe ich nun aufgehört zu arbeiten, da der Mutterschutz begonnen hat. Um ehrlich zu sein, habe ich mich die letzten zwei Wochen auf der Arbeit schon sehr auf diesen Tag gefreut und ihn dick in meinem Kalender angestrichen, denn es ist wirklich zunehmend anstrengender geworden. Ich war ab mittags furchtbar müde, hatte Schwierigkeiten mich zu konzentrieren und dazu noch schreckliche Rückenschmerzen vom Sitzen den ganzen Tag.

Zwar hatte ich mir viel vorgenommen für die Zeit des Mutterschutzes, einfach Dinge, zu denen ich sonst nicht gekommen bin, fand es dann aber doch schwer mich aufzuraffen. Vor allem körperliche Erledigungen im Haushalt bringen mich derzeit schnell an meine Grenzen und ich brauche viele Pausen. Mein Mann hat ja gewettet, dass ich trotzdem von zuhause aus weiterarbeiten würde und tatsächlich bekam ich die ersten Tage viele Nachrichten und Anrufe von der Arbeit, weil irgendwelche Unterlagen oder Passwörter nicht gefunden wurden. Anfragen wie „Kannst du mir nochmal kurz erklären, wie das und das geht?“ oder Ähnliches erreichten mich, was ich aber gar nicht schlimm finde.

Trotz Allem überkam mich bereits am dritten Tag der Freiheit ein überwältigendes Gefühl von Langeweile. Wie gesagt, nicht dass es mir an Projekten gemangelt hätte, aber mir fehlte der Antrieb und die Energie, irgendwie einfach ein geregelter Alltag. Und es ist wirklich nicht so, als wäre mir das in Schul- und Semesterferien damals so gegangen, aber irgendwie ist das ein anderes Gefühl gewesen. Vielleicht weil ich wusste, dass die Zeit begrenzt ist und ich jeden Moment ausgekostet habe. Jedoch habe ich mich zum Ende der Ferien immer auch wieder auf den Alltag gefreut. Vielleicht bin ich da komisch, es ist aber so. Möglicherweise liegt es daran, dass ich gefangen bin zwischen ungeduldigem Warten auf die Ankunft des Babys und der Ungewissheit, wie mein Tag dann aussehen wird, ohne wirklich viele feste Termine. Und wie er eben jetzt schon aussieht. Und dann bekomme ich dieses beklemmende Gefühl der Langeweile, weil ich einfach nicht mehr so durchpowere und auch durchpowern kann wie ich möchte. Alle sagen mir ich soll die Zeit genießen, mich ausruhen und nur das machen was mir Spaß macht, aber nach ein paar Stunden Netflix im Bett und futtern fühle ich mich matschig und als hätte ich den Tag einfach nicht genutzt.

Also habe ich das gemacht was ich am besten kann: Termine organisieren und die Woche strikt planen. Nur eben nicht nur mit Pflichtterminen, sondern auch Dingen, die Spaß machen. Physiotermine für den Rücken, Zahnreinigung (die macht zwar keinen Spaß, ich habe aber endlich Zeit dafür), Sauna mit meinem Mann, Spaziergänge, IKEA mit meinen Freundinnen, ein ausgiebiger Besuch beim Babymarkt, Mani- und Pediküre, Wochenmarktbesuche (den ich sonst wegen der Arbeit leider immer verpasst habe), Arbeiten an Projekten für den Blog und so weiter. Diese dann abgewechselt von Tagen, an denen ich mich ganz dem „Nesten“ fürs Baby hingebe. Babykleidung waschen, Schnuller und Flaschen abkochen, Wickeltisch vorbereiten, Geburtshaustasche packen, alle Unterlagen fürs Baby vorbereiten (Kindergeld, Elterngeld usw.), Haus- und Hof aufräumen, entrümpeln und putzen, solche Dinge eben. Und schon fühle ich mich wieder produktiv und ich kann Dinge von meiner To-Do Liste streichen.

Es mag für den ein oder anderen befremdlich sein, aber ich mag es, wenn ich in meinen Kalender schaue und der voll ist mit Terminen und Dingen, die zu erledigen sind. Und noch viel lieber mag ich es, wenn ich am Ende eines Tages sagen kann, dass ich die meisten Dinge davon auch noch geschafft habe. Natürlich mit genug Pausen und ohne mich selbst und meinen schwangeren Körper zu überfordern. Und dann kann ich die Netflixabende mit meinem Mann und das Gefühl, dass ich ohne Wecker und feste Zeit aufstehen kann auch gleich viel besser genießen. Und die Zeit in der ich auf unser kleines Wunder warte, geht auch gleich viel schneller vorbei.

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