Schwangerschaft – und keine Energie

Ich liege im Bett, es ist 8 Uhr abends… schon seit ich heute um 5 Uhr von der Arbeit nach Hause gekommen bin liege ich hier. Alle Viere von mir gestreckt; irgendwelche Youtube Videos sauseln im Fernseher vor sich hin. Ich fühle mich müde, erschöpft, ausgelaugt. Ich müsste Abendessen kochen, doch ich schaffe es nicht aufzustehen. Ich lasse meinen Blick über die Wäscheberge gleiten, die sich bereits gleichmäßig so über den Boden verteilen, dass sie einen bunten Teppich ergeben. Ich seufze. Auch Wäsche muss ich waschen. Generell müsste ich mal aufräumen. Aber ich tus nicht. Ich liege einfach weiter da und ehe ich mich versehe, ist der nächste Morgen. Ich gehe zur Arbeit und das selbe Schauspiel spielt sich am Abend wieder ab. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Wer immer behauptet hat, der zweite Teil der Schwangerschaft wird der Beste, hatte sicher nicht das Energielevel eines Faultiers. Zugegeben war ich noch nie die Putzmaus, ich mag kochen nicht sonderlich gerne und meine Schmerzgrenze für Unordentlichkeit ist relativ hoch. Aber seit etwa drei Wochen hat das alles ein neues Level erreicht. Sicherlich muss man zugestehen, dass es sich ohne Schwangerschaftsübelkeit, Rückenschmerzen und Mutterbandschmerzen gleich viel besser lebt. Jedoch habe ich im Moment das Gefühl, nur noch die Hälfte meiner vorherigen Energie zu haben. Und die wird gänzlich in meinen Vollzeitjob gesteckt. Das ist auch notwendig, ich mache meinen Job sehr gerne und finde es wichtig dort 110 % zu geben, aber für das Management des Haushalts bleibt dann eben nichts mehr übrig. Da habe ich auch das ein oder andere Mal ein Tränchen drüber verdrückt, wenn ich nach einem anstrengenden Tag feststellen musste, dass das Heinzelmännchen leider wieder nicht gekommen war. Natürlich versucht mein Mann ein wenig auszugleichen, aber, sagen wir, seine Unordentlichkeitstoleranz ist sogar noch etwas höher und er hätte auch kein Problem einfach jeden Tag Fast Food zu essen. Wer will schon kochen? Grummelig trotte ich zum Kühlschrank, um mir zumindest noch ein Brot reinzuschieben. Am Kühlschrank hängt ein Zettel. „Ausschlafen, so oft es geht!“ Der lag in einer kleinen Werbebox, die ich zum Anlass der Schwangerschaft zugeschickt bekommen hatte. „Irgendwie tröstlich,“ denke ich bei mir. Der Zettel hat Recht. Wenn ich mich müde fühle, sollte ich mich ausruhen. Solange es geht. Und mein schlechtes Gewissen erst einmal schlechtes Gewissen bleiben lassen. Ohnehin weiß ich, am Wochenende werden mein Mann und ich wieder eine Aktion starten und das Haus von oben bis unten aufräumen. Das hält dann wieder eine Woche. Oder wenn Besuch kommt, darin sind wir sehr gut. Natürlich kann das nicht immer so weitergehen, aber für jetzt akzeptiere ich es und hoffe auf energiegeladenere Schwangerschaftszeiten. Als ich wieder im Bett liege spüre ich zarte Tritte im Bauch, wie kleine aufmunternde Stupser und ich denke an die Worte meines Mannes. „Dein Körper macht ja auch gerade einen kleinen Menschen.“ „Stimmt,“ denke ich und kuschle mich wieder ein.

Und jetzt gebt mir bitte das Gefühl, dass ich nicht alleine damit bin auf der Welt. 😀 Habt ihr auch solche Phasen, schwanger oder nicht?

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