Einkaufs-Dschungel – Nerven behalten mit Kleinkindern

Der Kühlschrank ist so leer wie schon lange nicht mehr. Als Mr. X endlich nach Hause kommt, heißt es nochmal schnell in den Laden und die nötigsten Sachen einkaufen. Allein die Idee nochmal loszufahren, gefällt meinem Monster (3 J.) nicht besonders. Aber Mini (1 J.) ruft begeistert: „Juhuuu, Auto!“ und hüpft sofort auf meinen Arm. Nach kurzer Erklärung, wieso es jetzt nochmal in den Laden geht und warum man eigentlich Schuhe anziehen muss, ist Monster auch soweit und wird neben Einkaufstüten und Müllsack noch ein Stück Huckepack die Treppe runter getragen. Als ich mir denke, dass der kleine Typ langsam echt schwer geworden ist und dass ich für heute wirklich genug auf ihn eingegangen bin, habe ich den bevorstehenden Einkauf nicht so richtig auf dem Schirm.

Wer darf im Einkaufswagen sitzen, passt Monster überhaupt noch in diesen Sitz oder sollten wir ihn jetzt immer in den Fluren rumlaufen lassen? Alles wird durch kurzfristige Bauchentscheidungen ausgemacht und auch nochmal gewechselt. Dieses mal haben wir keine Liste vorher geschrieben und wollen eigentlich nach dem langen Tag lieber ein bisschen durch den Laden schlendern. Darauf hat aber keiner der Mini Monster Lust. Mini zeigt immer weiter in Richtung Fleischtheke und fordert ihre Scheibe Wurst. Hingegen weigert Monster sich egal in welche Richtung wir gehen wollen und schlägt lauter ungesundes Zeug vor, was ich gerne deutlich begrenzen möchte. Endlich an der Fleischtheke dann der Super-GAU. Die Schlange ist voller genervter Leute und Mr. X streift schonmal durch den nächstgelegenen Gang, um die Wartezeit zu nutzen. Da bekommt mein kleines Monster einen Trotzanfall, den Mini mit ihrem Wurstgequängel zu übertönen versucht. Kurz vorm Nervenzusammenbruch, fliegt eine Socke durch die Luft und landet hinter der Fleischtheke, direkt auf einem riesen Stück Rind. Ich will einfach nur im Boden versinken, da bricht Gelächter aus. Ich schaue mich um und die meisten Menschen sind mir mit den beiden eher wohlgesonnen. Auch die Geräusche meiner Kleinen verstummen, bei dieser Reaktion und plötzlich kommen wir schneller als gedacht dran und der Einkauf darauf ist schon beendet. Zurück im Auto kann dann wieder durchgeatmet werden, laut gelacht und es geht ab nach Hause.

So oder so ähnlich hat jeder schon mal eine solche Situation durchlebt oder beobachtet. Ich bin nur froh, dass ich insgesamt eher gelassen bin in Krisensituationen und mich nicht allzuschnell aus der Ruhe bringen lasse. Trotzdem kann das auch besser laufen.

Lieber ist es mir natürlich ich habe eine Liste vorbereitet und kann auch die Mini Monster beauftragen mir beim Einkauf zu helfen. Dafür nehme ich mir auch gerne Zeit. Dann frage ich Monster viel über die Produkte die um uns rum sind aus, ob er dies und jenes kennt oder gerne isst oder ob er eine gute Idee hat, was man dazu essen könnte. Kinder lieben es zu helfen und der Einkauf ist viel entspannter bei genauen Anweisungen. Ich sage Monster gerne was er mir in den Einkaufswagen legen darf oder hinterher aufs Band und das geschieht fast immer mit viel Begeisterung und sehr gewissenhaft. Auch Mini ist gerne auf meinen Rücken geschnallt und hält eine Packung Taschentücher die Knistert oder noch besser, etwas was sich schwer und wichtig anfühlt und raschelt. So macht Einkaufen mit den beiden auch richtig Spaß.

Man mag es nicht glauben, aber am liebsten gehe ich durch IKEA; mit den Kindern. Ich gehe vor allem gerne durch, wenn ich gar nichts suche. Das ist eine gute Übung für den Ernstfall. Diese vielen Eindrücke und Anregungen inspirieren mich. Diese Begeisterung und Neugier sehe ich natürlich auch bei den Mini Monstern. Hier setzte ich voll und ganz auf Vertrauen in meine Kinder und will sie das auch spüren lassen. Ich lasse mittlerweile beide erstmal loslaufen und erkunden und bleibe ganz gelassen. Ihre Wohlfühlzone lässt sie immer wieder zu mir zurück kommen. Je kleiner das Kind desto kleiner ist diese Zone. Wir gehen durch die ganze Ausstellung und ich gebe das Tempo an, was sie natürlich auch halten wollen. In regelmäßigen Abständen sage ich auch den nächsten Punkt zu dem ich möchte und in der Kinderabteilung wird dann erstmal eine Spielpause eingelegt. Nach der Strecke sind die beiden glücklich bei den riesen Kuscheltieren angekommen zu sein und dürfen sich in den Wagen packen, was sie begeistert. Wenn wir nicht noch eine Stärkung zu uns nehmen oder die Toiletten besucht werden, geht es also mit beiden erschöpften Kindern und meist ein paar Kuscheltieren weiter in die Markthalle. Jetzt ist Timing gefragt. Auf den Weg zu den Kassen müssen die Kuscheltiere wieder verschwinden. Das klappt wirklich gut. Unsere Kinder kennen schon die Regeln, dass Oma-Spielzeug bei Oma bleibt und IKEA-Spielzeug halt bei IKEA. Zuhause macht das meist eh nicht mehr so viel Spaß. 😉

 

Wie geht ihr mit dem Einkaufs-Dschungel und euren Kindern um? Schreibt es in den Kommentaren!

Eure Mag

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4 Kommentare

  1. IKEA Spielzeug bleibt bei IKEA xD

    Das finde ich göttlich und soo niedlich

    Wenn du mir vielleicht beibringen könntest, die IKEA Kerzen und IKEA Bettwäsche und IKEA Dekoschalen bei IKEA zu lassen

    1. Hallo, Sabrina.
      Danke erstmal für deinen Kommentar!

      Ich habe das auch vor den Kindern schon als Test für meine Selbstbeherrschung gemacht, denn wer findet nichts bei IKEA. Anfangs mussten da wirklich eine Kerze o.Ä. mit nach Hause, aber wenn man dann wirklich nur auf der Suche nach Inspiration ist, die Füße Schmerzen und die Schlange an der Kasse endlos lang ist, lässt man es irgendwann freiwillig da 🙂

      Ich kann aber natürlich mal mitkommen und mit erhobenen Zeigefinger hinter dir stehen 😀

  2. So eine ähnliche Situation musste ich gestern erleben meine Kleine (fast 14 Monate) hat ihren ersten trotzanfall im Lidl gekriegt, natürlich an der Kasse, als ich die waren aufs Band packen wollte.. sie wollte nicht in den Wagen, nicht an den Wagen, nicht auf dem Arm. Ich musste dann mit einem kreischenden, weinenden Kind auf dem Arm, was sich nach hinten schmiss, die Einkäufe einhändig aufs Band packen ich war nassgeschwitzt und die anderen Kunden haben alle blöd geguckt. Wie schaffst du es , gelassen zu bleiben?

  3. Hallo Pamela,
    Danke auch für deinen Kommentar!

    Als erstes muss man sagen, wir sind alle nur Menschen und haben halt nicht immer die Nerven und das muss man auch nicht. Gerade beim ersten Kind ist man noch um einiges unentspannter und mir hat es vor allem geholfen mich darüber zu informieren, was da eigentlich gerade mit meinem Kind passiert und wieso das so ist. Dadurch kann man ein viel größeres Verständnis und Mitgefühl aufbauen.

    Zu diesem Thema wird aber demnächst auch noch ein Blogeintrag von mir erscheinen 😉

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